Hanffasern

Bild: Winterhanffeld im Oktober

Die Frage nach Naturfasern liegt nicht nur in Deutschland und in Westeuropa, sondern auch in den USA und Kanada voll im Trend. Am häufigsten wird bisher Leinen in Textilien verwendet. Hanffaserbündel, -garne oder -textilien werden fast ausschließlich aus China importiert. Die Nachfrage nach günstigen Naturfasern aus nachwachsenden Rohstoffen – wie Hanf – steigt und steigt. Viele Kunden wünschen, dass es Hanftextilien „Made in Germany oder Europe“ gibt.
Insbesondere Bekleidung aus Hanf oder mit Hanfanteilen und aus heimischer Herkunft könnte den Absatz von Hanffasern erheblich steigern.

Seit ca. 20 Jahren ist es erlaubt, Faserhanf in Deutschland anzubauen. Nach einer Euphorie und damit stark ansteigenden Anbauflächen mit einigen 100 ha kam die Ernüchterung, denn dieser Hanf konnte nur zu technischen Qualitäten, insbesondere im Automobilbau und zu Isolierzwecken, eingesetzt werden.

Die NFC war an einem FNR Projekt „Anbau von Hanf (Cannabis sativa L.) als Winterzwischenfrucht“ beteiligt und hat zusätzlich eigenständige Forschungsaktivitäten begonnen, ob sich dieser Hanf für textile Zwecke eignet. In Zusammenarbeit mit einem Landwirt aus NRW haben wir alle Hürden genommen. Die NFC hat sich neben der Nessel ein stabiles zweites Standbein geschaffen. Heute können wir diverse feine Hanfmischgarne für den interessierten Markt anbieten.

Der Markttrend zu fairen, ökologischen Produkten erweckt einen Bedarf an feinen Hanffasern, der durch ausreichende Anbauflächen und Produktionskapazitäten mit solide entwickelten Technologien der Faseraufbereitung gedeckt werden kann. Die Hanffasern werden in derselben mechanischen Produktionsanlage – die auch noch für Nesselfasern optimiert wird – hergestellt. Die Abstimmung zwischen den landwirtschaftlichen und den technologischen Schritten bei der Herstellung von feinen Hanffasern ermöglicht der Textilindustrie, eine Renaissance der heimischen Naturfasern zügig einzuläuten. Dies wurde erheblich vereinfacht, da zum 15. 03. 2017 drei von uns initiierte Gesetzesänderungen in der BRD erfolgten sowie acht Gesetze der EU zum 30. 06. 2017 geändert wurden. Jeder Landwirt der EU darf nun gelistete Hanfsorten auch nach dem 30. 06. eines Jahres als Winterhanf anbauen. Dazu müssen die üblichen Melde- und Anzeigefristen bei den zuständigen landwirtschaftlichen Behörden rechtzeitig eingehalten werden.